Zitat aus dem Buch VOM GERÄUSCH ZUM LÄRM, Zur Geschichte des Hörens im 19. und frühen 20. Jahrhundert von Peter Payer

„Besonders laute, Furcht und Respekt einflößende Geräusche wurden in vielen Gesellschaften als „Stimme“ einer göttlichen Instanz verstanden. Dazu gehörten Naturlaute wie Donner, mit dessen Kraft oberste Gottheiten wie Zeus und Thor ausgestattet waren, Vulkanausbrüche und Sturmgeräusche, aber auch die lärmende Inbrunst bei religiösen Gesängen und Tänzen oder das Läuten der Kirchenglocken und der dröhnende Klang des Orgelspiels. Der „Heilige Lärm“ stellte ein gesellschaftliches Tabu dar, war von jeder Kritik ausgenommen, wodurch der ihn produzierenden Gemeinschaft die Autorität zukam, ihn ohne Zensur auszuüben.“

http://www.stadt-forschung.at/download/Vom%20Geraeusch%20zum%20Laerm.pdf

Bild: Thor (von Mårten Eskil Winge, 1872)